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Mit Brille ist man näher dran

Nachdem ich nun mehrfach Bilder veröffentlicht habe, bei denen eine Nahlinse benutzt wurde, zeige ich Euch mal den Effekt, bei unterschiedlichen Brennweiten und Dioptrien. Das Gewicht ist gegenüber eines Makroobjektives wesentlich geringer (allerdings ist es die Abbildungsleistung auch) und man kann sie mit entsprechenden Reduzierring auf fast allen Objektiven nutzen – beim Teleobjektiv eine enorme Wirkung.

Wer Interesse hat, kann sich meinen Satz anschauen => Link zu Amazon

Die folgenden Fotos sind mit einer Canon 5D Mark III (Vollformat), mit dem 24 – 105/4.0 bei minimalem Abstand gemacht und die Fotos in Originalgröße gelassen. Die Blüte des Basilikum hat weniger als drei Millimeter Durchmesser!

 

50 mm / F:16 – ohne Nahlinse
50 mm / F:16 – Nahlinse +1
50 mm / F:16 – Nahlinse +2
50 mm / F:16 – Nahlinse +4
50 mm / F:16 – Nahlinse +10

 

Um den Unterschied zu anderen Brennweiten zu sehen, das Gleiche nochmal mit 105 mm:

105 mm / F:16 – ohne Nahlinse
105 mm / F:16 – Nahlinse +1
105 mm / F:16 – Nahlinse +2
105 mm / F:16 – Nahlinse +4
105 mm / F:16 – Nahlinse +10

Mit einem Makroobjektiv (100 mm / 2.8) kann man das Ganze schon recht extrem abbilden

100 mm / F:22 – ohne Nahlinse
100 mm / F:22 – Nahlinse +1
100 mm / F:22 – Nahlinse +2
100 mm / F:22 – Nahlinse +4
100 mm / F:22 – Nahlinse +10

Seit etwa drei Monaten benutze ich sie und lasse das Makroobjektiv zu Hause. Die Abbildungsleistung ist ausreichend und mit dem Einstellen der Entfernung mache ich es mir einfach, indem ich nicht den Einstellring benutze, sondern die Kamera hin oder weg vom Motiv bewege. Die Automatik sollte man nicht benutzen, weil sie im Makrobereich sowieso nur selten das scharf stellt, was man haben möchte (so meine Erfahrung bei allen Kameras und Objektiven).

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Tamron 70-300mm DI LD Macro

Nachdem mein über 20 Jahre altes Canon 100 – 300 / 4.5-5.6 mm sanft verstarb, suchte ich einen Ersatz. Das Objektiv benutzte ich fast nur auf Reisen für gelegentliche Aufnahmen, da es leicht war.

Bei der Suche bin ich auf das wirklich preisgünstige Tamron 70 – 300 Di LD Macro 4.5-5.6 gestoßen. Der Preis von etwa 100,- € und die vielen guten Bewertungen machten mich neugierig und ich bestellte es.

Beim Auspacken fiel mir als Erstes die mitgelieferte Sonnenblende auf, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Das Objektiv fasst sich trotz seiner Kunststoffausführung seht gut an. Der Bajonett Anschluss ist ebenfalls aus Kunststoff gefertigt; wie das mit der Haltbarkeit aussieht, wird sich erst noch herausstellen. Der Zoomring lässt sich nur schwer, aber ruckfrei drehen, was ich als Vorteil sehe, da sich die Optik beim aufwärts oder abwärts positionieren nicht verstellen kann (das Problem hatte ich vorher öfter). Der manuelle Fokus ist sehr leichtgängig und ebenfalls ruckfrei.

Makro

Der Makrobereich ist nur für den Brennweitenbereich 180 – 300 mm ausgelegt. Die Distanz zum Motiv beträgt dann 0,95 – 1,5 m, bei einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2.

Weniger gute Eigenschaften

  • Der Autofokus ist laut und langsam (bis zu 2 Sekunden von Anschlag zu Anschlag)
  • Beim Aufsetzen und Abnehmen der Sonnenblende sollte man auf manuellen Fokus schalten, damit das Getriebe nicht beschädigt wird
  • Umschalten in den Makro Modus geht nur beim Brennweitenbereich 180 -300 mm
  • Ausschalten des Makro Modus geht nur, wenn der Entfernungsring >1,5 m steht
  • Kein Bildstabilisator

Fazit

Für den Preis ein unschlagbares Objektiv! Die Bilder sind scharf und die Farben kräftig. Der fehlende Stabilisator ist für mich persönlich kein Problem, da ich vorher auch keinen hatte, außerdem ist es sinnvoller Makro und Teleaufnahmen vom Stativ zu machen und da muss der Bildstabilisator sowieso ausgeschaltet werden. Die Umschaltung in und vom Makro Modus ist recht gewöhnungsbedürftig und fummelig. Bei dem Preis ist das aber zu verschmerzen.

Anschlüsse gibt es für: Canon, Nikon, Pentax und Sony

Testbilder gibt es hier

 

Hersteller Link

Amazon Link

 

 

 

Scherben bringen Glück

GHR_151215_2008_02Meine Kamera geht fremd

Mit einer alten „Scherbe“ von Pentagon, ein 135 1:2.8 bin ich heute durch die Büsche gekrochen. Damit das ganze auch funktioniert, musste ich dem Objektiv einen Adapter von M42 zur Canon verpassen. Diese Adapter gibt es im Grunde für alle Wechselobjektiv Anschlüsse. Ich hab eine Adapter mit Chip gewählt, damit ich bei Fokussieren bei gedrückter Auslösetaste einen Piepser höre, wenn das Bild scharf ist. Alles andere ist nur im manuellen Modus zu machen. Für die einen bedeutet das Steinzeit-Fotografie, für die anderen einen Schritt in die wahre Welt der Fotografie.

Und Action

Die ersten Aufnahmen waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Aufnahmen, hatte ich bereits ein gutes Gefühl, die Belichtung mit Blenden- / Zeiteinstellung anzupassen. Der Piepser zur Unterstützung der Fokussierung ist nach m.E. hilfreich aber nicht notwendig. Die Bilder sind etwas blaustichig, was in Lightroom leicht korrigierbar ist. Die Schärfe könnte jedoch etwas besser sein, aber irgendwie haben diese Bilder für mich einen gewissen Charme.

GHR_151215_1423_76  GHR_151215_1420_75  GHR_151215_1449_101   GHR_151215_1433_88GHR_151215_1426_82  GHR_151215_1435_91

Fazit

Um mal einen anderen Look seinen Bilder zu bekommen ist es interessant mit die alten Objektiven zu experimentieren. Sie sin sehr günstig, so um die 20,- Euro für die Linse und nochmal 10-, Euro für einen Adapter, zu erwerben; einfach mal googeln. Vom Handling her sind sie vom Komfort moderner Exemplare weit entfernt und von der Schärfe sind da sicher auch bessere Ausführungen auf dem Markt zu finden. Für die schnelle Fotografie so zwischendurch ist das allerdings nicht.

 

Sigma 35mm 1:1.4 DG

Das Sigma 35mm 1:1.4 DG HSM Art

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Das Objektiv wird vom Hersteller mit den Anschlüssen für Canon, Nikon, Pentax, Sony und Sigma angeboten. Es soll zu den schärfsten Objektiven gehören und fand nach einiger Überlegung auch den Weg zu mir. Da ich zu den Fotografen gehöre, die eher weniger als zu viel mit sich herumtragen und diese Optik mit über 700 Gramm doch ein spürbares Zusatzgewicht bedeuten hat die Entscheidung eben etwas gedauert.

Zum Einsatz sollte sie an meiner Canon 5D III / 6D hauptsächlich für Landschaften und Reportagen kommen. Wichtig war mir dabei eben auch die Blende 1.4.

Der erste Kontakt war schon fast wie „Liebe auf dem ersten Blick“, erstklassig verarbeitet und liegt super in der Hand. Der Fokusring läuft sauber und gleichmäßig und der Autofokus ist schnell und kaum hörbar. Die Sonnenblende und ein Köcher sind mit dabei, was ja nicht bei jedem selbstverständlich ist.

 

Die ersten Aufnahmen

waren scheinbar ok, da diese nur in den mittleren Blendenbereichen gemacht wurden und haben mich aber nicht wirklich umgehauen. Dann der ultimative Test: Eine Musikveranstaltung bei denkbar übelster Beleuchtung. Das Ergebnis war niederschmetternd! Keine brauchbaren Fotos mit dieser Optik, ein starker Frontfokus brachte eine deutliche Unschärfe. Ich hatte schon im Vorfeld gehört, dass es auch weniger gut justierte Ausführungen gibt und das hier war nun eine davon. Die Canon 5D III hat zwar die Funktion „AF-Feinabstimmung“, aber das müsste dann bei jeder Kamera separat eingestellt werden und ein verleihen der Optik wäre dann nur an Personen möglich, deren Kamera diese Funktion unterstützt. Die schnellste und vor allem beste Lösung schien mir die Selbstjustage mit dem USB-Dock zu machen und hab´s auch gleich bestellt.

 

Das Sigma USB-Dock

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Sigma Optimation ProKlein, leicht und handlich kam es in einer winzigen Verpackung. Die Software, SIGMA Optimization Pro, und die Bedienungsanleitung kann man sich dann gleich von der Sigma Homepage downloaden. Die Installation ist simpel, da selbsterklärend. Nach dem Anschluss der Optik an das USB-Dock wird die Firmware Version überprüft und bei wir wurde dann gleich ein Update nach Bestätigung durchgeführt. Die Kalibrierung erfolgt in 4 Segmenten und bedeutet doch einen gewissen Zeitaufwand, da nach jedem Testbild die Optik von der Kamera an das USB-Dock angeschlossen werden muss. Nervig ist dabei, dass nach jedem Anschließen der Optik an das USB-Dock die Firmware Abfrage durchgeführt wird.

Möglichkeit des Feintuning bei der Canon 5D III

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Aufnahmen nach der Justage

 grw4_Canon EOS 5D Mark III_ISO 400_35 mm_1-800 Sek. bei f - 1,4_
Die Ergebnisse waren bei mir erstaunlich. Knackscharfe Fotos im Nahbereich, sowie in der Ferne. Die Fotos sind im RAW Format aufgenommen und wurden nicht bearbeitet!

Wer Interesse an den RAW Dateien hat, kann sie sich zur genaueren Betrachtung herunterladen.

Foto 1
Foto 2

Fazit

Eine super Optik, nur zu empfehlen! Die Anschaffung habe ich nicht bereut und sie hat einen festen Platz in meinem Fotorucksack gefunden. Um die letzte Schärfe aus dem Objektiv herauszuholen muss dann jeder für sich selbst entscheiden, ob es die Möglichkeit der Feineinstellung an seiner Kamera gibt und es persönlich ausreicht, oder man möchte die Möglichkeit des USB-Docks nutzen.

 

Und hier gibt es die technischen Daten für das Objektiv direkt vom Hersteller.

Amazon Link zum Sigma 35mm 1:1.4 DG und zum USB-Dock


Gebloggt von Gerhard Reimann