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Das deutsche Elend

ist nicht immer das, was man zunächst glaubt.

Als ich den Wegweiser zu diesem Ort sah, machte mich das neugierig. Auf´s schlimmste gefasst, war ich doch überrascht, ein kleines verträumtes Dorf mit etwa 100 Einwohnern vorzufinden, das für Ortsfremde gleich am Ortsschild eine kurze Entstehungsgeschichte beschreibt:

1529 wird das Dorf erstmals „das Elend“ (mhd. Eilende = das andere, außerhalb der Markung Dippoldiswalde liegende Land) genannt. Ursprünglich stand hier nur ein einzelnes Gut, ehemals als Vorwerk bezeichnet, das im 16. Jahrhundert eine Schäferei mit 1.000 bis 1.500 Schafen war. Einige erdgeschossige Häuseranwesen dürften noch auf die Vorwerkswirtschaft zurückgehen. Am Kirchsteig nach Dippoldiswalde, welcher zwischen Ochsenhübel und Lämmerberg hinab führt, lagen sieben Teiche, von denen nur noch drei bestehen. An der Stelle des Vorwerks steht heute ein Dreiseithof, der 1961 baulich erneuert wurde und als Schäferei der LPG Verwendung fand. Sein Wohnstallgebäude besitzt ein Krüppelwalmdach. Außer einem weiteren kleinen Dreiseithof, finden wir nur noch Zweiseit  oder Einseithöfe. Bei ihnen herrscht das landesübliche Satteldach vor. Einige Anwesen zeigen in ihren Obergeschossen gepflegtes Fachwerk, das sonst verschalt, verputzt oder durch Massivbau ersetzt wurde. Die Scheunen, vorwiegend aus Brettern errichtet, besitzen zum Teil Hocheinfahrten. Der Gasthof von Lotze wurde von 1897 bis 1930 betrieben und lud zur Einkehr ein. Sehenswertes: Historisch, aber nicht sehr bekannt sind der Knochenschacht, der Afrikawald, der Ulanenhügel, die Eiche mit Gedenkstein und ein Steinkreuz. Interessante Wanderwege: gehen von Elend über die Äppelbank nach Dippoldiswalde, nach Ulberndorf, Reinholdshain.

(Quelle: Ortstafel in Elend)

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